sans phrase - Zeitschrift für Ideologiekritik

Auf der neuen Seidenstraße der Theorie. Vier Thesen zur Existentialontologie des Gelds – anlässlich von Manfred Dahlmanns Kritik an Frank Engster

Gerhard Scheit | Parataxis | Heft 15, Herbst 2019

So entpuppt sich das Geld in der Wertformanalyse als Einheit weder des unter ihm Befassten noch gar des aus ihm und von ihm Herausgesetzten, also eben nicht (wie Hegels Geist) als Totalität synthetisierender Begriff, sondern als rein formale, inhaltsleere Identität an und für sich (im Sinne des Kantischen Transzendentalsubjekts): Identität, „die alle sonstigen Auffassungen von Einheit transzendiert: repräsentiert in dem Gleichheitszeichen in den damit versehenen Wertgleichungen des ersten Kapitels des Kapitals“. Das Gleichheitszeichen der Wertgleichungen setzt „eine abstrakte Quantität voraus, die von der ganzen Meßbarkeit von Gebrauchsmengen Abstraktion macht“. Dieser Quantitätsbegriff ist an keinen bestimmten Gebrauchsinhalt gebunden, hat nichts „Empirisches zum Inhalt“, etwa elektrische Spannung, er kann „nur gedacht werden“ (Alfred Sohn-Rethel).