Warum die Kritische Theorie materialistisch ist

Im Jahr 1936 jedenfalls hätte Adorno seine Anschlussfähigkeit zum Institut für Sozialforschung wohl verloren, hätte er damals die Kritische Theorie im Sinne Sohn-Rethels auf den Grundsatz gestützt, Gesellschaftlichkeit gewinne ihre Stetigkeit und Vereinheitlichung nicht aus der Vernunft, sondern aus dem profanen Geld. Aus dieser Perspektive erscheint das bisherige Denken, so negativ es sich auch begreift – und die aktuellen Formen geistiger Arbeit sowieso –, sogar noch weniger kritisch und autonom gegenüber der bestehenden Gesellschaft als selbst Adorno es diesem Denken, soweit er sich der Realität von der Ebene des Begriffs vom Begriff mit dem Ziel aus zuwendet, sie zu transzendieren, noch zugesteht. Seit das Geld sich in Kaptal verwandelt hat, ist geistige Tätigkeit in jeder ihrer Formen zu einem Moment der Kapitalreproduktion geworden. Erst indem erkannt wird, dass dem Denken als Denken auf dieser Ebene der Begrifflichkeit ein Moment von Empirie, von geschichtlich gewordener Empirie, wie es mit dem Geld als Münzgeld vorliegt, eignet, das zwar auf derselben begrifflichen Ebene liegt, aber gleichzeitig als tatsächlicher Gegenstand existiert, ist eingeholt, was Materialismus im Anschluss an Sohn-Rethel auch in einem ganz kruden Sinn eigentlich meint.

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